Die Volkszählung von 1939 in Deutschland und Österreich – ein Beitrag zum Holocaust?
DOI:
https://doi.org/10.17713/ajs.v31i4.487Abstract
Im wissenschaftlichen Diskurs in Deutschland wird in letzter Zeit auch ein möglicher Beitrag der amtlichen deutschen Bevölkerungsstatistik zur Vernichtung der Juden diskutiert. Dieser Vorwurf stützt sich auf die Tatsache, dass im Rahmen der Volkszählung von 1939, die auchin der damaligen „Ostmark“ stattfand, eine Sonderzählung der Juden und „jüdischen Mischlinge“ nach den Kriterien der antisemitischen Nürnberger Rassengesetze durchgeführt wurde. Quellenstudien zeigen, dass eine Verwendung von Volkszählungsdaten für die Erstellung von Transportlisten im Bereich des Möglichen lag, aber nicht belegt und aus verschiedenen Gründen eher unwahrscheinlich ist. In diesem Artikel wird der
Problembereich zum ersten Mal auch für Österreich untersucht.
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